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Trekking am Schluchtensteig – Mit Zelt im Schwarzwald

Wer sich bereits mit dem Thema Trekking und Weitwandern in Deutschland auseinandergesetzt hat, der ist mit Sicherheit schon das ein oder andere Mal über den Schluchtensteig gestolpert. Als einer der Top Trails of Germany gehört er mit zu den schönsten Weitwanderwegen, die unser Land zu bieten hat. Und da war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir beschließen, selbst herauszufinden, ob der Schluchtensteig diesen Titel verdient.

Wir sind übrigens die Etappen 1 – 4, also von Stühlingen bis St. Blasien gewandert.

In diesem Beitrag erfahrt ihr:

  1. Ob der Schluchtensteig dem vielen Lob gerecht wird und welche Highlights er zu bieten hat.
  2. Ob er tatsächlich so überlaufen ist, wie oft behauptet wird.
  3. Ob Trekking mit Schlafsack und Zelt in Deutschland überhaupt Sinn macht.

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Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald

Die Etappen und ihre Highlights

Tag 1

Etappe 1 – Stühlingen bis Achdorf (22 km)

Sauschwänzlebahn
Wutachflühen
Buchberg
Schleifenbachwasserfälle

Tag 1
Tag 2

Etappe 2 Achdorf bis Schattenmühle (19 km)

Wutachschlucht
Kanadiersteg
Steinmännle und Felsengalerie
Felsenstrand

Tag 2
Tag 3

Etappe 3 – Schattenmühle bis Aha (23 km)

Räuberschlössle
Rötenbachmündung
Rechenfelsen
Lenzkirch

Tag 3
Tag 4

Etappe 4 – Aha bis St. Blasien (18 km)

Schluchsee
Krummensäge
Muchenland
Heidelandschaft
Windbergschlucht

Tag 4

Insgesamt sind wir 82 km in 4 Tagen gewandert. Obwohl wir uns recht viel Zeit gelassen haben, waren wir am Schluss doch ganz schön KO, sicher auch wegen des zusätzlichen Gewichts durch Zelt, Schlafsack, Isomatte. Leider hat unsere Tour auch ein recht abruptes Ende genommen, so dass wir von St. Blasien leider nicht mehr viel gesehen haben. Dazu später mehr.


Etappe 1 – Die Wutachflühen

Die erste Etappe unserer Trekkingtour auf dem Schluchtensteig startet – recht unspekatkulär – in Stühlingen. Hier werden für die Schluchtensteig-Wanderer extra Parkplätze zur Verfügung gestellt. Einen Parkplatz zu finden war für uns gar kein Problem und das Auto war auch bei unserer Rückkehr noch heil.

Obwohl Stühlingen ein netter Ort ist, gibt es hier nicht so wirklich viel zu sehen und man muss erstmal ein paar Kilometer gutmachen, um raus aus den Industriegebieten zu kommen.

Wer dieses Stück abkürzen möchte, kann auch in der Nähe des Ortes Weizen starten, eventuell ergeben sich hier dann aber Park-Schwierigkeiten.

Das Gasthaus Wutachschlucht bietet sich für eine erste Rast an, aber uns war es dann doch noch etwas zu früh für die erste Pause. Auch hier könnte man den Schluchtensteig gut starten und so um die ersten paar, weniger pittoresken Kilometer abkürzen.

Nach dem Gasthaus Wutachschlucht geht es entlang der Gleise der Sauschwänzlebahn in den Canyon hinein. Die Sauschwänzlebahn ist eine historische Dampfeisenbahn und bei Gelegenheit auch einen eigenen Ausflug wert. Wir bekommen sie diesmal leider nicht zu Gesicht und hören sie lediglich aus der Ferne.

Entlang den Gleisen der Sauschwänzlebahn.
Nach dem Gasthaus Wutachschlucht wird es langsam wilder.
Der Beginn der Wutachflühen und die Gleise der Sauschwänzlebahn.
Ein Bahnhäuschen an den Gleisen der Sauschwänzlebahn.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Blick auf die Eisenbahnbrücke der Sauschwänzlebahn.

Kurz nachdem man die Eisenbahnbrücke der Sauschwänzlebahn quert, geht es auch schon hinauf in die Wutachflühen, den vermutlich spekatkulärsten Abschnitt der ersten Etappe. Flühen bedeutet hier nichts anderes als Felsen. Wir wandern durch riesige, bemooste Felsformationen, zwischen Farnen und knorrigen Bäumen hindurch. Obwohl es fast 27 Grad hat, ist der Weg oft feucht und rutschig.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald - Durch die Wutachflühen.
Campingkocher mit heißem Wasser im Wald.
Zeit für eine Rast in den Wutachflühen.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Durch die Wutachflühen. Felsen mit Moos.

Nach einigen Kilometern enden die Wutachflühen und wir erreichen einen Wanderparkplatz und ausladende, grüne Wiesen. Nach einer kurzen Orientierungspause geht es weiter bergauf mit tollen Ausblicken auf die umliegenden Täler in der Nachmittagssonne. Viel Schatten gibt es hier leider nicht und daher brennt uns die Sonne ganz schön in den Nacken.

Wanderparkplatz am Ende der Wutachflühen.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Der bewaldete Buchberg spendet etwas Schatten.
Herbstzeitlose im September am Schluchtensteig.
Die Herbstzeitlosen blühen schon.

Da wir unser erstes Trekking-Quartier am Schluchtensteig statt in Blumberg (dem offiziellen Etappenende) in dem etwas entfernter gelegenen Achdorf gebucht haben, geht es für uns am ersten Tag noch etwas weiter. Obwohl wir schon etwas müde sind, lassen wir Blumberg recht schnell links liegen und machen uns auf zu den Schleifenbachwasserfällen.

Hier hat die Tourenbeschreibung nicht zu viel versprochen. Über abenteuerliche Leitern und Brücken geht es hinab in einen wildromantischen Canyon. Da wir bereits Spätsommer haben führen die Fälle nicht mehr besonders viel Wasser. Macht nix, ein toller Anblick ist es trotzdem.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald - Die Schleifenbachwasserfälle.
Blick auf die Schleifenbachwasserfälle.
einer der Schleifenbachwasserfälle.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald

Langsam können wir unsere Ankunft in Achdorf kaum noch erwarten. Die Sonne geht langsam unter und taucht die grünen Wiesen in goldenes Licht. Beim ersten Blick auf Achdorf, sind wir froh uns gegen eine Übernachtung in Blumberg entschieden zu haben.

Das Dörfchen ist viel uriger und authentischer, auch ein bisschen altmodischer, mit vielen Bauernhöfen, alten Fachwerkhäusern und Weidevieh.

Unsere erste Etappe endet in einer alten Scheune, einem Trekkingstützpunkt, die man über das Gastgeberportal des Schluchtensteigs buchen konnte. Nach einem üppigen Abendessen im Haus des Gastes, machen wir es uns mit unseren Schlafsäcken im Stroh gemütlich und schlafen sofort ein. So gefällt uns Trekking am Schluchtensteig.

Blick über Wiese nach Achdorf in der Abendsonne.
Achdorf im Abendlicht.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Ein Schlechtwetter-Stützpunkt für Jakobsweg-Wanderer mit Selbstebedienung.

Schlafen im Stroh

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Endlich angekommen.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald - Schlafen im Stroh.
Eine Nacht im Stroh.

Etappe 2 – Durch die Wutachschlucht

Wie es sich gehört, stehen wir noch vor den ersten Sonnenstrahlen auf. Kurz gefrühstückt und fertig gemacht, schon geht es auf zur zweiten Etappe unserer Schluchtensteig-Trekkingtour. Und diesmal dürfen wir nicht trödeln, denn die Schattenmühle serviert Wanderern nur bis 18 Uhr warmes Essen. Das wollen wir schließlich nicht verpassen. 19 km liegen vor uns.

Zunächst geht es über Forstwege in den Wald. Wo bleibt nur die Wutachschlucht, fragen wir uns? Nach den ersten drei Kilometern erreichen wir die Wutachmühle und damit den Eingang zur Schlucht. Auch hier gibt es einen Wanderparkplatz.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald

Der erste Abschnitt der Wutachschlucht gestaltet sich recht unaufgeregt und wir sind fast ein bisschen enttäuscht. Das hatten wir uns irgendwie urwüchsiger und wilder vorgestellt. Aber bald kommen wir zum Kanadiersteg, einer Holzbrücke die über die Wutach führt. Aber hier beginnt das echte Naturerlebnis.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald - Kanadiersteg.
Der Kanadiersteg.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Die Felsengalerie.
Steinmännle in der Felsengalerie in der Wutachschlucht.
Pause bei den Steinmännle.

Leider sind wir in diesem Abschnitt bei Weitem nicht die Einzigen, die hier unterwegs sind. Ständig müssen wir stoppen um entgegenkommende Wanderer und Wandergruppen auf den schmalen Pfaden vorbeizulassen. Und das an einem Montag nach den Ferien im September. Wie es hier wohl an einem Sonntag während der Ferienzeit zugeht?

Nagut, irgendwie können wir den Leuten kaum einen Vorwurf machen. Die schönsten Dinge und Orte hat man eben selten für sich allein, vor Allem wenn es sie quasi umsonst gibt. Nach einiger Zeit verläuft sich das Ganze dann auch wieder und wir begegnen nur noch sporadisch anderen Menschen.

Felsenstrand in der Wutachschlucht.
Mittagsrast am Felsenstrand.
Ausblick über die Wutachschlucht.
Ausblicke in die Schlucht.
Trekkingtour den Schluchtensteig entlang.
Weiter geht’s durch den Schwarzwälder Urwald.
Trekkingtour den Schluchtensteig entlang.
Die Pflanzenwelt ist einfach unglaublich.
Trekkingtour den Schluchtensteig entlang.

Langsam wird das Licht wärmer und die Sonne macht sich bereit unterzugehen. Zeit, dass wir die Schattenmühle erreichen den Hunger haben wir inzwischen ganz ordentlich. Obwohl es nur noch drei Kilometer bis zur Schattenmühle sind, hat der Wanderweg noch einige Überraschungen zu bieten. So zum Beispiel den Dietfurter Wasserfalls, der im Abendlicht besonders sagenumwoben aussieht.

Dietfurter Wasserfall kurz vor der Schattenmühle.
Der Dietfurter Wasserfall.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Das letzte Stück bis zur Schattenmühle.

Geschafft. Die Schattenmühle empfängt uns mit einer heißen Dusche und einer großen Portion Käsespätzle. Diesmal können wir auf Schlafsack und Zelt verzichten und schlafen in den der Schattenmühle.


Etappe 3 – Schwarzwald wie im Märchen

Früh am morgen geht es weiter mit unserer Trekkingtour den Schluchtensteig entlang. Kein Wunder, immerhin sind wir um 9 Uhr abends fast wie tot ins Bett gefallen und haben 8 Stunden geschlafen. Kurz gefrühstückt und weiter geht’s.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald - die Schattenmühle.
Die Schattenmühle im Morgenlicht.

Erstmal geht es steil bergauf und in den Wald hinein. Nur kurz gehen wir entlang eines Forstweges, bis dieser auf einen schmalen Pfad abzweigt und es hinein in den Wald geht. Im Morgenlicht fühlt es sich richtig verwunschen an und fast könnte man meinen, zwischen den Wurzeln Feen und Zwerge zu entdecken.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Schatchtelhalme und Farne im Morgenlicht.

Einige Kilometer wandern wir oberhalb der Wutach entlang mit gelgentlichen Tiefblicken in die Schlucht hinein. Am Rechenfelsen geht es dann hinunter und wir wandern weiter direkt am Wasser.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald - Rechenfelsen.
Der Rechenfelsen.

Es geht weiter auf und ab, an der Rötenbachmündung und der Gauchachmündung vorbei, bis sich der Wald lichtet. Auch heute ist es wieder richtig heiß, gut 26 Grad Celsius.

Kurze Rast, bevor es endgültig aus der Wutachschlucht hinaus geht.

Unser erster, großer Zwischenstopp ist Lenzkirch, ein malerisches Schwarzwald-Dorf, in dem wir uns im Supermarkt mit Verpflegung eindecken. Hier teilt sich unsere kleine Wandergruppe das erste Mal. Während die eine Hälfte mit dem Taxi die Etappe nach Aha abkürzt, wandert die Andere tapfer weiter auf dem Schluchtensteig.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald - Lenzkirch.
Das Rathaus von Lenzkirch.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Das letzte Stück von Lenskirch bis nach Aha.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald - Fingerhut.

Noch einige Kilometer mehr und man kann schon die ersten Blicke auf den Schluchsee und Vorder-Aha erhaschen. Unser Etappenziel ist diesmal das Naturcamp Schluchsee, ein naturbelassener Campingplatz, auf dem wir unsere Zelte aufschlagen möchten.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Der erste Blick auf den Schluchsee.

Das Naturcamp Schluchsee, hält, was es verspricht. Schattige, nicht zu dicht besiedelte Zeltplätze unter alten Tannen lassen tatsächlich richtiges Trekking-Feeling aufkommen. Feuerstellen und Brennholz gibt es noch dazu, was will man mehr. In Lenzkirch haben wir im Supermarkt in weiser Voraussicht Würstl und Grillgemüse mitgenommen. Die Zelte sind schnell aufgebaut und der Abend wird sehr gemütlich.

Lagerfeuer im Naturcamp Schluchsee.
Lagerfeuer im Naturcamp Schluchsee.

Etappe 4 – Schwarzwaldhöfe und Heidelandschaft

Am nächsten Morgen gibt es ein böses Erwachen. Ein Teil unserer Wandergruppe (der Teil, der am Vortag noch so tapfer die Etappe zu Ende gewandert ist), ist durch eine Magenverstimmung ausser Gefecht gesetzt. Wir warten bis ca. 10 Uhr, ob es sich besser. Leider sieht es nicht danach aus. Wir beschließen zu zweit weiter zu gehen und die anderen in St. Blasien zu treffen. Ziel unserer Etappe ist das Trekkingcamp Windberg.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Start in den Tag im Naturcamp Schluchsee.

Wir hatten schon von diversen Quellen gehört, dass die vierte Etappe des Schluchtensteigs den anderen doch etwas hinterherhinkt. Fairerweise muss man sagen, dass die ersten Etappen schon schwer zu toppen sind.

Dennoch hätten wir uns hier schon etwas mehr erwartet. Die vierte Etappe des Schluchtensteigs verläuft wirklich außschließlich über breite Forstwege. Und obwohl sich auch hier immer wieder tolle Ausblicke ergeben, kommt es landschaftlich nicht mehr an die Etappen davor heran.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
auf breiten Forstwegen umrunden wir den Schluchsee.

Wer sich die ersten paar Kilometer um den Schluchsee herum schenken möchte, der hat die Möglichkeit den See von Aha nach Unterkrummenhof mit dem Boot zu überqueren.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Blick auf den Schluchsee.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Kurze Pause am Schluchseeufer.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Ehemalige Krummensäge.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Rast am Neuhäuser Bächle.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald

Irgendwann verlassen wir kurz den Wald und der Blick öffnet sich über die Muchenländer Schwarzwaldhöfe. Der Anblick versöhnt uns wieder etwas mit der wenig abenteuerlichen Wegführung.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Muchenländer Forsthaus.
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald

Bald darauf verlassen wir den Wald gänzlich und durchqueeren eine hochmoorartige Heidelandschaft, mit Silberdisteln, Erika und Wacholder. Weidevieh sehen wir leider keines, dafür queren wir aber einige Kuhgatter.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald

Schließlich geht es steil bergab und wir nähern uns immer mehr unserem Ziel: Dem Trekkingcamp Windberg. Was jedoch als eines unserer Tourhighlights geplant war, fiel jedoch endgültig ins Wasser als es mich magentechnisch dann auch noch erwischt hat. Fragt mich nicht, wie ich es geschafft habe, den ganzen Tag noch 15 km zu laufen. So oder so, schon während des Zeltaufbaus, war klar, dass die Tour für mich zu Ende ist.

Wir hatten auch unheimliches Glück, denn zwei sehr nette Waldarbeiter, welche die Trekkingcamps regelmäßig in Stand halten, kamen zufällig zur Wartung vorbei und haben uns mit ins Tal nach St. Blasien genommen. Dort haben wir uns dann in einer Pension erstmal wieder so richtig auskuriert.

Sehr schade, denn das was wir vom Trekkingcamp Windberg gesehen haben, sah richtig klasse aus und wir hätten bestimmt eine tolle Zeit dort verbracht. Aber aufgeschoben ist nicht aufhoben.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Die Zeltwiese am Trekkingcamp Windberg.

Unser Fazit

Auch wenn wir mit einigen krankheitsbedingten Widrigkeiten während unserer Tour gekämpft haben, hatten wir trotzdem unheimlich viel Spass und hoffen irgendwann da anknüpfen zu könne, wo wir aufgehört haben.

So Abwechslungsreich ist Trekking am Schluchtensteig

Da der Schluchtensteig unser erster „Top Trail of Germany“ war, fehlen uns in der Hinsicht leider die Vergleichsmöglichkeiten. Trotzdem haben wir ja schon die ein oder andere Tour in Süddeutschland und den Alpen auf dem Buckel.

Daher können wir doch mit einiger Überzeugung sagen, dass der Schluchtensteig an Abwechslung nur schwer zu toppen ist. Wer dem Schwarzwald-Feeling in seiner ursprünglichen Form möglichst Nahe kommen will, der kommt um den Schluchtensteig fast nicht herum.

Die historische Sauschwänzle Bahn, die wilden Wutachflühen, blühende Obstgärten, alte Schwarzwälder Bauernhöfe, der Schluchsee – Alle paar Kilometer ergibt sich ein anderes Panorama. Auch wenn die vierte Etappe da ein bisschen hinterherhinkt – auch hier erlebt man den Schwarzwald, eben nur aus einer anderen Perspektive.

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald

Trekking am Schluchtensteig – Lohnt sich das Zelt?

Wir haben lange hin und er überlegt, was sich für uns mehr lohnt. Etwas Geld sparen und das Zelt samt Schlafsack und Isomatte jeden Tag mitschleppen? Ein großer Fan von überlaufenen Campingplätzen eingepfercht zwischen riesigen Wohnmobilen sind wir sicherlich nicht. Da wild Campen in Deutschland ja bekanntlich nicht erlaubt ist, war das für uns erstmal keine besonders attraktive Option.

Dann haben wir allerdings von den Trekking-Stützpunkten entlang des Schluchtensteigs erfahren. Auch wenn es vielleicht kein echtes Wildcampen ist, kommt es doch schon recht Nahe an eine richtige Zelt-Erfahrung in der Natur heran.

So haben wir in Achdorf zum Beispiel den Trekkingstützpunkt „Schlafen im Stroh“ gebucht und wurden nicht enttäuscht. Auch das Naturcamp Schluchsee hat uns sehr gut gefallen. Weiläufige Zeltwiesen, etwas Infrastruktur (aber nicht zu viel), sowie Feuerstellen machen die Nacht im Zelt zu einem richtigen Erlebnis.

Highlight wäre sicherlich das Trekkingcamp Windberg gewesen. Außer uns war hier nur ein anderes Zelt, keinerlei Autolärm oder Lichtverschmutzung. Leider mussten wir die Nacht im Zelt ja dann abblasen. Allerdings sind diese Trekkingcamps inzwischen überall im Schwarzwald zu finden und es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass wir hier übernachtet haben. Wir freuen uns auf den nächsten Versuch!

Trekking auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald
Feuerstelle des Trekkingcamps Windberg.

Massentourismus in der Wutachschlucht – Realität oder Übertreibung?

Bedenken hatten wir vor Antritt unserer Tour vor Allem, ob es überhaupt noch Spass macht, wenn man sich mit ganzen Horden durch die Wutachschlucht drängt.

Wir haben uns daher ganz bewusst für einen Zeitpunkt nach den Sommerferien in Bayern und Baden-Württemberg entschieden und den großteil der Tour unter der Woche geplant. Trotzdem war besonders im Bereich der Felsengalerie wirklich sehr viel los, so dass schon das Fotografieren schwierig war ganz zu schweigen vom Vorankommen auf den schmalen Pfaden.

Dieser Abschnitt ist eben auch für viele Tagesausflügler leicht zugänglich und ein beliebtes Ausflugsziel. Hier unterscheidet sich der Schluchtensteig sicherlich deutlich von sagen wir mal, alpinen Hüttenwanderungen, die für Tagesausflügler nicht so einfach zu erreichen sind.

Zu 90% der Zeit waren wir allerdings alleine auf den Wegen unterwegs und können nur dazu anhalten, sich von den kurzen, stärker frequentierten Abschnitten nicht davon abhalten zu lassen, den Schluchtensteig zu wandern.


Wart ihr schon auf dem Schluchtensteig unterwegs oder plant eine ähnliche Tour? Schreibt uns eure Fragen und Anmerkungen gerne in die Kommentare! Liebe Grüße, Nora und Patrick


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